Ein Hubtisch bringt Lasten sicher und wiederholbar auf die richtige Arbeits- oder Prozesshöhe. Welche Bauart dafür passt, hängt von wenigen, klar bestimmbaren Eckdaten ab: von Traglast, Hub, Bauhöhe und Einsatzumgebung. Dieser Ratgeber ordnet die gängigen Bauarten ein, zeigt, wo Einfach- und Doppelschere, Flachform, Spindel und Riemen ihre Stärken haben, und fasst die sechs Fragen zusammen, die Sie vor einer Anfrage klären sollten.
Die wichtigsten Hubtisch-Bauarten im Überblick
Hubtische unterscheiden sich vor allem darin, wie sie die Plattform anheben. Vier Bauarten decken den grössten Teil der industriellen Anwendungen ab. Sie lösen sich nicht ab, sondern ergänzen sich: Die Schere steht für den robusten Standard, die Flachform für den ebenerdigen Einbau, der Spindelantrieb für Präzision und der Riemenantrieb für grosse Hubhöhen.
Scherenhubtisch: Einfach- und Doppelschere
Der Scherenhubtisch ist der Klassiker. Eine oder mehrere Scherenstufen werden gespreizt und heben die Plattform an. Bei der Einfachschere arbeitet eine einzige Scherenstufe; diese Bauart ist robust, wirtschaftlich und deckt den üblichen Hubbereich ab. Sie eignet sich als Arbeits-, Montage- und Verpackungsplatz ebenso wie für das Beschicken von Maschinen. Bei der Doppelschere sind zwei Scherenstufen übereinander angeordnet, sodass sich bei gleicher Grundfläche eine grössere Hubhöhe erzielen lässt. Die Baureihe Kompakt-Hubtische FK deckt diesen Standardbereich mit Traglasten von 500 bis 4'000 kg und Hubhöhen von 500 bis 1'800 mm ab und ist teilweise ab Lager verfügbar. Für sehr grosse Hübe stösst die klassische Schere an ihre Grenzen; dann kommen Spezialantriebe wie das Riemensystem ins Spiel. Wie die Antriebe technisch funktionieren und sich im Detail vergleichen, lesen Sie im Beitrag zu Hubelementen, Typen und Antrieben.
Flachform-Hubtisch
Die Flachform ist auf den ebenerdigen Einsatz zugeschnitten. Flachform-Hubtische beginnen bei einer Bauhöhe ab 55 mm, sodass Paletten, Rollwagen und Hubwagen in der untersten Stellung nahezu bodenbündig auffahren. Im Gesamtprogramm reichen die Traglasten von 300 bis 8'000 kg. Das Modell FE trägt 300 bis 2'000 kg und ist mit Standardbreiten von 910 mm für die Euro-Palette und 1'150 mm für die Industriepalette erhältlich, Sonderbreiten auf Anfrage. Das Modell F-CE trägt 300 bis 2'500 kg, erreicht Hubhöhen bis 950 mm und lässt sich mit einem Auffahrkeil bodeneben stellen. Für den Grubeneinbau wird der Tisch flächenbündig in den Boden eingelassen, sodass eine begehbare, ebene Arbeitsfläche entsteht.
Spindel-Hubtisch (ölfrei)
Beim Spindel-Hubtisch erzeugt eine mechanische Spindel die Hubbewegung statt eines Hydraulikzylinders. Der Antrieb arbeitet damit ölfrei, was Leckagen ausschliesst und die Bauart für Reinraum, Pharma und Lebensmittelproduktion qualifiziert. Spindel-Hubtische SFL tragen bis 12'000 kg, positionieren mit einer Genauigkeit von rund plus/minus 1 mm und beginnen bei einer Bauhöhe ab 200 mm. Die Standard-Hubhöhe reicht bis 600 mm, Sonderhübe sind auf Anfrage möglich. Wo eine Last exakt und reproduzierbar positioniert werden muss, spielt der Spindelantrieb seine Stärke aus.
Riemen-Hubtisch
Der Riemen-Hubtisch ist die Hochhub-Lösung. Statt einer klassischen Schere kommen Keilplatten zum Einsatz, die ein Riemenantrieb auseinanderdrückt. Riemen-Hubtische RFK erreichen mit diesem patentierten Keilspreizsystem Hubhöhen bis 6'000 mm bei geringer Bauhöhe und Traglasten von 500 bis 12'000 kg. Ausgelegt auf hohe Taktfolgen, sind sie die erste Wahl für Automation, Transferanlagen sowie Anwendungen in der Automobil- und Logistikbranche, in denen eine schnelle, laufruhige Hubbewegung gefragt ist.
Sechs Fragen vor der Anfrage
Wer die folgenden sechs Punkte vor der Anfrage klärt, grenzt die passende Bauart schnell ein und erhält ein tragfähiges Angebot. Die Reihenfolge führt von der Last über den Prozess zur Umgebung.
- Wie hoch ist die tatsächliche Traglast? Addieren Sie Nutzlast, Vorrichtung und Werkzeug und planen Sie eine Reserve für Lastspitzen beim Absetzen ein. Wer an der oberen Grenze plant, behält Spielraum für spätere, schwerere Baugruppen.
- Welche Hubhöhe und welche Bauhöhe? Die Hubhöhe ergibt sich aus der Höhendifferenz zwischen Beschick- und Arbeitsposition. Die Bauhöhe in der untersten Stellung zählt überall dort, wo ebenerdig beladen oder in eine Grube eingebaut wird; hier führt der Weg zum Flachform-Hubtisch ab 55 mm. Grosse Hübe über mehrere Meter sprechen für den Riemenantrieb.
- Wie gross muss die Plattform sein? Die Auflagefläche muss die Grundfläche der Last sicher aufnehmen und den Zugang zum Arbeitsablauf offen lassen. Bei Flachform-Modellen sind Standardbreiten von 910 mm für die Euro-Palette und 1'150 mm für die Industriepalette gängig, weitere Masse auf Anfrage.
- In welcher Umgebung wird gearbeitet? Reinraum, Pharma und Lebensmittelproduktion verlangen den ölfreien Spindelantrieb ohne Leckagerisiko. Nass-, Aussen- oder Staubbereiche stellen zusätzliche Anforderungen an Schutzart und Werkstoff, die vorab zu klären sind.
- Wie sehen Taktung und Lastaufnahme im Betrieb aus? Wie häufig gehoben wird, ob im Ein- oder Mehrschichtbetrieb, und ob die Last mittig oder aussermittig aufgesetzt wird, beeinflusst die Auslegung deutlich. Diese Punkte lassen sich nicht pauschal beziffern; die konkreten Werte legen wir gemeinsam mit Ihnen fest.
- Wie sieht die Einbausituation aus? Freistehend, in eine Förderanlage integriert oder in einer Bodengrube: Die Einbindung in bestehende Abläufe entscheidet oft über die Bauform und damit über Verankerung, Zugang und Steuerung.
Diese Reihenfolge verhindert Fehlkäufe, weil sie die harten Randbedingungen zuerst klärt. Erst wenn Traglast, Hub, Bauhöhe und Umgebung feststehen, ergibt der Blick auf einzelne Modelle Sinn.
Hubtisch oder Hebezeug? Der Unterschied
Hubtisch und Hebezeug lösen unterschiedliche Aufgaben, auch wenn beide Lasten bewegen. Ein Hubtisch nimmt die Last flächig auf einer Plattform auf und hebt sie von unten geführt auf eine feste Arbeits- oder Prozesshöhe. Die Bewegung ist senkrecht, wiederholbar und meist ortsfest in einen Arbeitsablauf eingebunden. Ein Kran oder ein anderes Hebezeug hängt die Last dagegen an einem Haken oder Anschlagmittel an und bewegt sie frei hängend durch den Raum.
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Wird eine Last immer wieder flächig aufgenommen und auf eine definierte Höhe gebracht, etwa an einem Montage-, Verpackungs- oder Beschickungsplatz, ist der Hubtisch die passende Lösung. Muss die Last dagegen frei im Raum umgesetzt, über wechselnde Wege transportiert oder angehoben und gehalten werden, spielen Kran und Hebezeug ihre Stärke aus. Für mobile Hebeaufgaben abseits der festen Tischbauform bietet Tirugo zudem Minilifte, die bis 400 kg heben, kippen, drehen und fahren.
Mit Tirugo die passende Baureihe finden
Tirugo ist autorisierter Flexlift-Händler für die ganze Schweiz und deckt die beschriebenen Bauarten mit vier Produktlinien ab. So lässt sich für jede Anforderung der passende Hubtisch zusammenstellen:
- Kompakt-Hubtische FK nach dem Scherenprinzip von 500 bis 4'000 kg für robuste Standard-Hubaufgaben, teilweise ab Lager lieferbar.
- Flachform-Hubtische FE und F-CE mit einer Bauhöhe ab 55 mm für ebenerdiges Beladen und Grubeneinbau, im Programm von 300 bis 8'000 kg.
- Spindel-Hubtische SFL ölfrei, mit rund plus/minus 1 mm Wiederholgenauigkeit und bis 12'000 kg für Reinraum, Pharma und Präzisionsaufgaben.
- Riemen-Hubtische RFK mit Keilspreizsystem, Hubhöhen bis 6'000 mm und 500 bis 12'000 kg für Automation und Transferanlagen.
Feststehende Hubtische fallen unter die Sicherheitsnorm EN 1570; was das im Detail bedeutet, erläutert unser Beitrag zu EN 1570-2. Für viele Standardmodelle beträgt die Lieferfrist ab sieben Tagen. Welche Linie im Einzelfall passt, hängt von den oben geklärten Eckdaten ab. Geht es um ergonomische Montagearbeitsplätze mit höhenverstellbarer Tischfläche, lohnt ergänzend der Blick auf höhenverstellbare Montagetische.
Häufige Fragen zur Hubtisch-Auswahl
Welche Hubtisch-Bauart passt zu meiner Anwendung?
Das richtet sich nach vier Eckdaten: Traglast, Hubhöhe, Bauhöhe und Einsatzumgebung. Der Scherenhubtisch ist der robuste Standard, der ölfreie Spindel-Hubtisch punktet bei Präzision und in Reinraum, Pharma und Lebensmittel, der Riemen-Hubtisch bewältigt grosse Hubhöhen und hohe Taktfolgen, und der Flachform-Hubtisch ist für den ebenerdigen Einbau und den Grubeneinbau gedacht.
Was ist der Unterschied zwischen Einfach- und Doppelschere?
Eine Einfachschere hat eine Scherenstufe und deckt den üblichen Hubbereich wirtschaftlich ab. Bei der Doppelschere sind zwei Scherenstufen übereinander angeordnet, wodurch sich bei gleicher Grundfläche eine grössere Hubhöhe erreichen lässt. Für sehr grosse Hübe kommen statt der Schere Spezialantriebe wie das Riemensystem infrage.
Welche Angaben braucht Tirugo für eine Hubtisch-Anfrage?
Hilfreich sind Traglast inklusive Vorrichtung und Werkzeug, die benötigte Hubhöhe, die maximal zulässige Bauhöhe, das Plattformmass, die Einsatzumgebung sowie die Einbausituation. Angaben zur Taktung und dazu, ob die Last mittig oder aussermittig aufgesetzt wird, runden das Bild ab. Die genaue Auslegung klären wir gemeinsam mit Ihnen.
Hubtisch oder Kran: was ist der Unterschied?
Ein Hubtisch nimmt die Last flächig auf einer Plattform auf und hebt sie von unten geführt auf eine feste Arbeitshöhe. Ein Kran oder Hebezeug hängt die Last an einem Anschlagmittel an und bewegt sie frei hängend im Raum. Für wiederkehrende Hübe auf eine definierte Höhe ist der Hubtisch die passende Lösung, für das freie Umsetzen im Raum der Kran.
Sie möchten den passenden Hubtisch für Ihre Anwendung auslegen? Wir beraten Sie zu Traglast, Hub, Bauhöhe, Umgebung und Antrieb und stellen die geeignete Flexlift-Baureihe zusammen. Stellen Sie Ihre Anfrage.