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Höhenverstellbarer Schweisstisch: Lochsystem, Traglast und Ergonomie richtig wählen

Ratgeber Schweissen
Schweisser fixiert ein Werkstück mit Spannelementen auf einem höhenverstellbaren Schweisstisch mit Lochrasterplatte in einer hellen Werkstatt

Wer einen Schweisstisch sucht, denkt zuerst an die Platte: Lochraster, Ebenheit, Spannmittel. Mindestens so wichtig ist aber die Höhe. Ein fester Schweisstisch zwingt jede Person und jedes Werkstück auf dieselbe Arbeitshöhe. Ein höhenverstellbarer Schweisstisch bringt die Naht dorthin, wo sie gut sichtbar und ohne Zwangshaltung erreichbar ist. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es beim höhenverstellbaren Schweisstisch ankommt: Lochsystem, Traglast, Antrieb, Varianten und die Ergänzung durch Schweissböcke. Als Beispiele dienen die Schweisstische von PETec, die Tirugo als autorisierte Distributorin in der ganzen Schweiz anbietet.

Was zeichnet einen guten Schweisstisch aus?

Ein Schweisstisch ist kein Montagetisch mit Stahlplatte. Er ist auf Spannen, Fixieren und Fügen ausgelegt und muss Wärme, Schweissspritzer und Schläge beim Richten aushalten. Die Platte dient als Vorrichtung: Werkstücke werden über Anschläge ausgerichtet, mit Spannelementen fixiert und so wiederholbar positioniert. Daraus ergeben sich vier Kriterien:

  • Lochsystem: ein durchgehendes Raster, in das Spann- und Anschlagelemente gesteckt werden.
  • Traglast: ausreichend für Werkstück, Vorrichtung und Lastspitzen.
  • Höhenverstellung: robust, stufenlos und auch unter Last sicher.
  • Bauform: passend zur Werkstückgeometrie, ob waagrecht, kippbar oder drehbar.

Für reine Montage- und Prüfarbeiten ist dagegen ein höhenverstellbarer Montagetisch mit glatter Platte die bessere Wahl. Die Abgrenzung beschreibt unser Ratgeber Montagetisch für die Industrie. Die Faustregel: Fügen und Fixieren spricht für den Schweisstisch, Montieren und Prüfen für den Montagetisch.

Lochsystem und Siegmund-Platte

Herzstück ist die Schweissplatte mit Lochraster. PETec-Schweisstische nutzen eine Siegmund-Schweissplatte mit 16-mm-Lochsystem. Das durchgehende Raster nimmt Spann-, Anschlag- und Winkelelemente auf und macht die Platte zu einer flexiblen Vorrichtung: Statt für jedes Bauteil eine eigene Lehre zu bauen, werden die Elemente ins Raster gesteckt und gespannt. Wiederholteile lassen sich so schnell und gleichbleibend positionieren, und bei einem neuen Bauteil wird die Aufspannung einfach umgesteckt.

Bei der Auswahl lohnt der Blick auf den Bestand im Betrieb. Wer bereits Spannmittel eines bestimmten Lochsystems besitzt, sollte den neuen Tisch auf dasselbe System auslegen, damit das Zubehör zwischen Tischen und Böcken austauschbar bleibt. Für die Schweissböcke von PETec stehen dafür Siegmund-Brücken in den Systemen 16, 22 und 28 zur Verfügung.

Traglast: Werkstück, Vorrichtung und Reserve

Die Traglast eines Schweisstischs muss mehr abdecken als das Werkstückgewicht. Hinzu kommen Spannmittel, Anschläge und allfällige Vorrichtungsaufbauten, dazu eine Reserve für Stösse beim Absetzen und beim Richten. Wer heute an der oberen Grenze plant, bleibt flexibel, wenn morgen schwerere Baugruppen auf den Tisch kommen.

Die höhenverstellbaren Schweisstische von PETec tragen je nach Ausführung bis 5'000 kg. Für kombinierte Montage- und Schweissarbeiten mit Rundumzugang gibt es zudem den PETec Professional mit 360° schwenkbarer, schlagfester Arbeitsplatte, in der elektrischen Ausführung bis 1'500 kg. Alle Modelle mit Traglasten im Vergleich zeigt unsere Modellübersicht der PETec-Tische.

Antrieb ohne Hydraulik

PETec verstellt die Schweisstische über einen patentierten Spindel-Kettenantrieb. Eine Kette überträgt die Bewegung gleichmässig auf die Spindeln, die Platte fährt synchron und stufenlos. Der Antrieb ist selbsthemmend: Die eingestellte Höhe bleibt auch unter Last stehen. Bedient wird je nach Ausführung, zum Beispiel per Akkuschrauber. Die Akkuschrauber-Variante braucht keinen festen Stromanschluss am Tisch, was an wechselnden Plätzen in der Werkstatt praktisch ist.

Weil keine Hydraulik verbaut ist, gibt es am Schweissplatz weder Hydrauliköl noch Schläuche, die Wärme oder Schweissspritzern ausgesetzt wären, und kein Leckagerisiko. Gerade in einer Umgebung mit Funkenflug ist das ein Argument, das über den Komfort hinausgeht.

Varianten: kippbar, 3D und Schweisshubtisch

Nicht jedes Werkstück lässt sich auf einer waagrechten Platte gut schweissen. Deshalb gibt es die PETec-Schweisstische in mehreren Varianten:

  • Kippbar: Die Platte lässt sich neigen. So wird die Naht in eine günstige Schweissposition gebracht, statt dass sich die Person um das Werkstück herum verrenkt.
  • 3D-Schweisstisch: Die Platte ist 360° drehbar. Nähte auf allen Seiten werden durch Drehen erreicht, ohne das Werkstück umzuspannen.
  • Schweisshubtisch: eine weitere Bauform im PETec-Programm. Welche Ausführung zu Werkstück, Platz und Ablauf passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen.

Alle Varianten werden nach Mass gefertigt, Made in Germany. Laufrollen sind optional erhältlich, wenn der Tisch zwischen verschiedenen Plätzen wechseln soll.

Schweissböcke als Ergänzung zum Schweisstisch

Lange oder sperrige Werkstücke wie Rahmen, Träger oder Rohre passen selten vollständig auf einen Tisch. Hier ergänzen höhenverstellbare Schweissböcke den Schweisstisch. Auf die Höhe der Tischplatte eingestellt, stützen sie überstehende Teile ab, sodass das Werkstück plan aufliegt und sich beim Schweissen nicht durchbiegt.

PETec-Schweissböcke tragen bis 2'000 kg und lassen sich in einem Bereich von ca. 750–1100 mm einstellen. Sie sind für Siegmund-Brücken der Systeme 16, 22 und 28 ausgelegt. Für Spann- und Unterstellaufgaben bietet PETec zudem die ProFlex-Böcke: einen Arbeitsbock bis 1'000 kg, den Unterstellbock «Extreme» bis 2'000 kg und einen fahrbaren Spannbock mit 650–1000 mm Verstellbereich und 16-mm-Loch.

Ergonomie beim Schweissen

Schweissen verlangt Präzision und einen freien Blick auf das Schmelzbad, oft über längere Zeit in derselben Haltung. Liegt die Naht zu tief, arbeitet man gebückt. Liegt sie zu hoch, hängen die Schultern in der Luft. Beides belastet Rücken, Nacken und Schultern und geht auf Kosten der Nahtqualität.

Ein höhenverstellbarer Schweisstisch passt die Höhe an Person, Werkstück und Arbeitsschritt an: tiefer beim Heften grosser Teile, höher bei feinen Nähten. Als normbasierter Richtwert für stehende Tätigkeiten nennt DIN EN ISO 14738 je nach Aufgabe rund 95–115 cm. Beim Schweissen zählt dabei die Lage der Naht, nicht die Plattenoberkante: Ein hohes Werkstück verlangt eine tiefere Platte. Arbeiten mehrere Personen am selben Platz, stellt jede die Höhe in kurzer Zeit neu ein.

Hinzu kommt das Heben. Schwere Teile auf den Tisch zu wuchten, gehört zu den typischen Belastungen in Schlosserei und Stahlbau. Welche Richtwerte die SUVA für Heben und Tragen nennt und warum technische Massnahmen Vorrang haben, zeigt unser Ratgeber Muskel-Skelett-Belastungen am Arbeitsplatz vermeiden.

Schweisstisch in der Schweiz beschaffen

Tirugo ist autorisierte Distributorin von PETec und liefert in die ganze Schweiz. Für ausgewählte PETec-Modelle beträgt die Lieferfrist ab 7 Tagen. Bei Massanfertigungen nennen wir den Termin mit der Offerte. Unsere Vorführmodelle sind derzeit bei Kunden im Test; auf Anfrage prüfen wir gerne, ob wir Ihnen ein Testmodell bereitstellen können.

Vor der Offerte klären wir die Eckdaten: Werkstückgewicht inklusive Vorrichtung, gewünschter Höhenbereich, Plattenmass, Lochsystem, Antrieb und Variante. Mehr zum Hersteller und zu allen Produktlinien lesen Sie im Beitrag PETec Ergonomische Tische: jetzt in der Schweiz.

Häufige Fragen zum höhenverstellbaren Schweisstisch

Welche Traglast hat ein höhenverstellbarer Schweisstisch von PETec?
Die höhenverstellbaren Schweisstische von PETec tragen je nach Ausführung bis 5'000 kg. Massgeblich für die Auswahl ist das Gewicht von Werkstück, Spannmitteln und Vorrichtungen plus eine Reserve für Stösse beim Absetzen und Richten.

Welches Lochsystem haben die PETec-Schweisstische?
Sie nutzen eine Siegmund-Schweissplatte mit 16-mm-Lochsystem. Das Raster nimmt Spann-, Anschlag- und Winkelelemente auf. Die PETec-Schweissböcke sind für Siegmund-Brücken der Systeme 16, 22 und 28 ausgelegt.

Warum ein Schweisstisch ohne Hydraulik?
Der patentierte Spindel-Kettenantrieb von PETec kommt ohne Hydrauliköl und Schläuche aus. Damit entfällt das Leckagerisiko, und die Höhe wird stufenlos und selbsthemmend eingestellt, je nach Ausführung zum Beispiel per Akkuschrauber.

Was ist der Unterschied zwischen Schweisstisch und Schweissbock?
Der Schweisstisch ist die Hauptarbeitsfläche mit Lochplatte zum Spannen und Fixieren. Ein Schweissbock stützt lange oder sperrige Werkstücke ab, die über den Tisch hinausragen. PETec-Schweissböcke tragen bis 2'000 kg und lassen sich in einem Bereich von ca. 750 bis 1100 mm einstellen.

Wie schnell ist ein Schweisstisch lieferbar?
Für ausgewählte PETec-Modelle beträgt die Lieferfrist ab 7 Tagen. Da viele Schweisstische nach Mass gefertigt werden, nennen wir den verbindlichen Liefertermin mit der Offerte.

Sie planen einen neuen Schweissplatz oder möchten einen festen Schweisstisch ersetzen? Wir klären mit Ihnen Werkstück, Lochsystem und Höhenbereich und stellen den passenden PETec-Schweisstisch zusammen. Stellen Sie Ihre Anfrage.

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