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Verladehubtisch: LKW ohne feste Rampe be- und entladen

Ratgeber Verladung
Verladehubtisch als Scherenhubtisch an einer Verladestelle, der eine Palette zwischen Boden und LKW-Ladefläche hebt

Nicht jeder Standort verfügt über eine feste Laderampe auf Andockhöhe. Wo ebenerdig verladen wird, unterschiedliche Fahrzeughöhen andocken oder kein Rampenniveau vorhanden ist, überbrückt ein Verladehubtisch die Höhendifferenz zwischen Boden und Ladefläche. Dieser Ratgeber erklärt, was einen Verladehubtisch ausmacht, wann er die passende Wahl gegenüber Rampe, Ladebrücke oder Ladebordwand ist, und welche Punkte Sie bei Planung, Sicherheit und Aussenaufstellung klären sollten.

Was ist ein Verladehubtisch?

Ein Verladehubtisch ist ein Hubtisch, der an einer Verladestelle eingesetzt wird, um Güter zwischen Bodenniveau und der Ladefläche eines Fahrzeugs zu bewegen. Technisch handelt es sich meist um einen robusten Scherenhubtisch, der eine Palette, einen Rollwagen oder ein Flurförderzeug aufnimmt und auf die benötigte Höhe hebt. Statt die Last über eine schräge Rampe zu schieben oder zu fahren, wird sie senkrecht und geführt angehoben. Damit ersetzt oder ergänzt der Verladehubtisch die klassische Laderampe überall dort, wo eine solche baulich nicht vorhanden oder nicht sinnvoll ist. Gebräuchlich sind für diese Aufgabe auch die Begriffe Verladestation, Rampenhubtisch oder, im englischen Sprachgebrauch, Dock Lift.

Der entscheidende Unterschied zu einem reinen Ergonomie-Hubtisch am Arbeitsplatz liegt im Einsatzumfeld: Ein Verladehubtisch arbeitet an der Schnittstelle zwischen Innen- und Aussenbereich, häufig im Wechselbetrieb mit Staplern, oft unter freiem Himmel. Das stellt besondere Anforderungen an Tragfähigkeit, Plattformgrösse, Sicherheit und Witterungsbeständigkeit.

Verladehubtisch, Rampe oder Ladebrücke: wann welche Lösung?

Für die Warenannahme und den Warenausgang stehen mehrere Lösungen zur Verfügung, die sich nicht ausschliessen, sondern je nach Situation ergänzen. Ein kurzer Überblick hilft bei der Einordnung:

  • Feste Laderampe: baulich fest auf Andockhöhe angelegt. Wirtschaftlich, wenn regelmässig Fahrzeuge mit ähnlicher Ladehöhe an einem geeigneten Tor andocken. Sie ist ortsgebunden und auf ein Höhenniveau festgelegt.
  • Überladebrücke (Ladebrücke): überbrückt an einer bestehenden Rampe die verbleibende Lücke und den kleinen Höhenunterschied zum Fahrzeug. Sie setzt eine vorhandene Rampe voraus und gleicht nur einen begrenzten Bereich aus.
  • Ladebordwand: am Fahrzeug montierte Hebebühne. Sie ist mobil und fahrzeuggebunden, steht aber nur dort zur Verfügung, wo das entsprechend ausgerüstete Fahrzeug vorfährt.
  • Verladehubtisch: ortsfeste Hebeeinheit an der Verladestelle. Er überbrückt grössere und wechselnde Höhendifferenzen und eignet sich, wenn kein Andockniveau vorhanden ist, unterschiedliche Fahrzeughöhen bedient werden oder ebenerdig verladen wird.

Als Faustregel gilt: Je einheitlicher der Fahrzeugmix und je fester das Andockniveau, desto eher genügt eine Rampe mit Überladebrücke. Je grösser die Höhenunterschiede und je flexibler die Verladestelle sein soll, desto stärker spricht die Ausgangslage für einen Verladehubtisch. Welche Kombination am Ende die wirtschaftlichste ist, hängt von Frequenz, Fahrzeugmix und baulicher Situation ab.

Planung: die wichtigsten Fragen vorab

Ein Verladehubtisch wird auf die konkrete Verladestelle ausgelegt. Wer die folgenden Punkte vor der Anfrage klärt, erhält schneller eine belastbare Lösung.

Tragfähigkeit

Massgeblich ist die tatsächliche Last auf der Plattform. Fährt ein Flurförderzeug mit auf den Tisch, zählt dessen Eigengewicht zur Nutzlast hinzu; ein Elektrostapler wiegt oft ein Vielfaches der Palettenlast. Planen Sie zusätzlich eine Reserve für dynamische Lastspitzen beim Auffahren und Absetzen ein. Eine grosszügige Auslegung schafft Sicherheit und Spielraum für schwerere Ladeeinheiten.

Plattformgrösse und Höhendifferenz

Die Plattform muss die Ladeeinheit sicher aufnehmen und, wo nötig, das auffahrende Flurförderzeug tragen. Ein Verladehubtisch bewegt sich zwischen Bodenniveau und der Ladefläche des Fahrzeugs; die zu überbrückende Höhendifferenz und deren Schwankung über den Fahrzeugmix bestimmen die benötigte Hubhöhe. Diese Randbedingungen legen die Baugrösse fest, noch bevor einzelne Modelle infrage kommen.

Grube oder Aufbau mit Auffahrrampe

Für die Einbausituation gibt es zwei grundsätzliche Wege. Wird der Verladehubtisch in einer Grube flächenbündig in den Boden eingelassen, entsteht eine ebene Fläche, auf die Flurförderzeuge stufenlos auffahren. Wird er auf dem Boden aufgestellt, erschliesst eine feste Auffahrrampe die Plattform. Beide Varianten unterscheiden sich in Bauaufwand, Zugänglichkeit und späterer Flexibilität. Welche passt, hängt von den baulichen Voraussetzungen, der Entwässerung und der geplanten Nutzung ab.

Sicherheit an der Verladestelle

Ortsfeste Hubtische fallen unter die europäische Sicherheitsnormenreihe EN 1570. Sie definiert die grundlegenden Sicherheitsanforderungen an Hubtische; die Ausführung für Anlagen, die mehrere Ebenen bedienen, ist in einem eigenen Teil geregelt. Was das im Detail bedeutet und welche Schutzmassnahmen dahinterstehen, lesen Sie im Beitrag zu EN 1570-2. An einer Verladestelle sind neben der Norm vor allem der Schutz von Scher- und Quetschstellen, die Absturzsicherung an den offenen Seiten der angehobenen Plattform sowie eine klar bediente, gegen unbeabsichtigtes Auslösen gesicherte Steuerung relevant. Die konkrete Schutzkonzeption gehört in die Projektierung und wird auf die jeweilige Verladestelle abgestimmt.

Aussenaufstellung und Witterung

Viele Verladestellen liegen im Freien oder im Übergang zwischen Halle und Hof. Für die Aussenaufstellung sind daher zusätzliche Punkte zu klären: eine geeignete Schutzart gegen Nässe und Staub, wirksamer Korrosionsschutz, die Entwässerung einer Grube sowie der Umgang mit Frost und tiefen Temperaturen. Auch UV-Belastung und stark schwankende Temperaturen wirken auf Bauteile und Hydraulik. Diese Anforderungen fliessen früh in die Auslegung ein, damit die Verladelösung dauerhaft zuverlässig arbeitet.

Mit Tirugo die passende Verladelösung planen

Tirugo ist autorisierter Flexlift-Händler für die ganze Schweiz und begleitet Verladeaufgaben als Beratungs- und Projektpartner. Ein Verladehubtisch ist in der Regel eine massgeschneiderte Lösung, die auf Höhendifferenz, Fahrzeugmix, Tragfähigkeit und Einbausituation abgestimmt wird. Als robuste Basis dafür dient häufig ein Scherenhubtisch: Der Hersteller Flexlift führt den Kompakt-Scherenhubtisch der Baureihe FK ausdrücklich auch für den Einsatz als Verladehubtisch, mit Plattformen von rund 1250 x 800 mm bis 4000 x 1500 mm je nach Ausführung. Welche Konfiguration im Einzelfall trägt, klären wir gemeinsam mit Ihnen.

Einen Überblick über die ergonomischen und logistischen Hubtisch-Anwendungen bietet unsere Seite zu Hubtischen für Logistik und Lager. Für die Auslegung Ihrer Verladestelle nehmen wir Höhendifferenz, Last, Plattformmass, Frequenz und Einbausituation auf und schlagen die geeignete Lösung vor.

Häufige Fragen zum Verladehubtisch

Was ist ein Verladehubtisch?
Ein Verladehubtisch ist ein Hubtisch, meist in Scherenbauart, der an einer Verladestelle die Höhendifferenz zwischen Bodenniveau und der Ladefläche eines Lastwagens überbrückt. Er hebt Paletten, Rollwagen oder ein Flurförderzeug auf die benötigte Höhe und ermöglicht so das Be- und Entladen dort, wo keine feste Laderampe zur Verfügung steht.

Verladehubtisch oder Laderampe: was ist besser?
Eine feste Laderampe ist die wirtschaftliche Lösung, wenn regelmässig Fahrzeuge mit gleicher Ladehöhe an einem baulich geeigneten Tor andocken. Ein Verladehubtisch spielt seine Stärke dort aus, wo unterschiedliche Fahrzeughöhen bedient werden, kein Andockniveau vorhanden ist oder auf ebenerdiger Fläche verladen wird. Die passende Wahl hängt von Fahrzeugmix, Frequenz und baulicher Situation ab.

Braucht ein Verladehubtisch eine Grube?
Nicht zwingend. Ein Verladehubtisch lässt sich in einer Grube flächenbündig einlassen, sodass Flurförderzeuge eben auffahren, oder auf dem Boden aufstellen und über eine Auffahrrampe erschliessen. Grube und Aufbaulösung unterscheiden sich in Bauaufwand, Zugänglichkeit und Flexibilität; welche Variante passt, klären wir anhand Ihrer baulichen Voraussetzungen.

Welche Angaben braucht Tirugo für eine Verladelösung?
Hilfreich sind die zu überbrückende Höhendifferenz, die Traglast inklusive Flurförderzeug, wenn dieses mit auffährt, das benötigte Plattformmass, die Frequenz sowie die Einbausituation mit Grube oder Aufbau. Für Aussenaufstellungen kommen Witterung, Entwässerung und Korrosionsschutz hinzu. Die genaue Auslegung erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen.

Sie planen eine Verladestelle ohne feste Rampe oder wollen eine bestehende Lösung ergänzen? Wir beraten Sie zu Höhendifferenz, Tragfähigkeit, Plattform, Einbau und Sicherheit und schlagen die passende Verladelösung vor. Stellen Sie Ihre Anfrage.

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