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Hebehilfen im Betrieb: welche Hebehilfe passt zu welcher Aufgabe?

Ratgeber Ergonomie
Mitarbeiter hebt mit einer mobilen Hebehilfe einen Karton auf die Höhe einer Werkbank in einer hellen Werkhalle

Kisten aus dem Regal heben, Bauteile auf die Werkbank wuchten, Paletten auf Arbeitshöhe bringen, Fässer ausgiessen: In vielen Betrieben wird täglich von Hand gehoben, was eine Hebehilfe übernehmen könnte. Doch «die» Hebehilfe gibt es nicht. Je nach Last, Bewegung und Einsatzort passt ein anderes Gerät: eine mobile Hebehilfe, die zur Last fährt, ein Hubtisch, der ganze Paletten auf Arbeitshöhe bringt, oder ein höhenverstellbarer Arbeitstisch, der den Arbeitsplatz an Mensch und Werkstück anpasst. Dieser Ratgeber ordnet die drei Gerätetypen ein, nennt die wichtigsten Auswahlkriterien und zeigt, welche Rolle die SUVA-Richtwerte bei der Entscheidung spielen.

Was ist eine Hebehilfe?

Eine Hebehilfe ist ein technisches Hilfsmittel, das Mitarbeitenden das Anheben, Senken, Halten oder Bewegen von Lasten abnimmt oder erleichtert. Der Begriff ist bewusst breit: Er reicht vom fahrbaren Minilift für Kisten und Behälter über den Hubtisch für Paletten bis zum Arbeitstisch, der ein schweres Werkstück stufenlos auf die passende Höhe bringt. Gemeinsam ist allen Geräten ein Prinzip: Die Last kommt auf die richtige Höhe, bevor ein Mensch sie handhabt, und der Körper muss die Kraft nicht mehr selbst aufbringen.

Warum Hebehilfen? Ergonomie und Schweizer Rahmen

Heben und Tragen gehören zu den häufigsten Ursachen von Rückenbeschwerden im Betrieb. Eine Orientierung, ab wann es kritisch wird, gibt die SUVA-Publikation 88190.D «Beurteilung der körperlichen Belastung, Heben und Tragen von Lasten». Als Richtwerte für gelegentliches Heben nennt sie 25 kg für Männer und 15 kg für Frauen. Wird häufiger als 4-mal pro Stunde gehoben, ist eine Beurteilung bereits ab 12 kg bei Männern und ab 7 kg bei Frauen erforderlich. Viele alltägliche Handgriffe im Lager, in der Montage oder im Labor erreichen diese Schwellen schneller, als man denkt.

Dazu kommt die Pflicht des Arbeitgebers: Die SECO-Wegleitung zur ArGV 3 hält zu Art. 25 fest, dass für das Bewegen von Lasten geeignete Arbeitsmittel bereitzustellen sind. Technische Massnahmen haben dabei Vorrang vor organisatorischen wie Rotation oder Pausen, weil sie in jeder Schicht wirken. Eine Hebehilfe ist genau eine solche technische Massnahme. Mehr zu Richtwerten und Massnahmenhierarchie lesen Sie in unserem Beitrag zu Muskel-Skelett-Belastungen am Arbeitsplatz.

Drei Typen von Hebehilfen im Überblick

Mobile Hebehilfe: der Minilift kommt zur Last

Eine mobile Hebehilfe ist ein fahrbares Hebegerät, das dorthin gebracht wird, wo die Last steht. Tirugo führt dafür die MobilLift-Geräte der TransOrt GmbH aus Schmallenberg, die seit 1998 ergonomische Hebehilfen für den innerbetrieblichen Einsatz entwickelt und produziert. Alle MobilLift-Modelle sind fahrbar und AGR-zertifiziert (Aktion Gesunder Rücken e.V.). Je nach Modell und Anbaugerät können sie heben, senken, kippen, giessen, drehen, schwenken, greifen und fahren.

  • MobilLift Impact 80: bis 80 kg Traglast, kompakt und leichtgewichtig, ideal für Feinmontage und Labor.
  • MobilLift Impact 200: bis 200 kg Traglast, heben, senken, kippen und drehen, für Montage und Logistik.
  • MobilLift K16: bis 400 kg Traglast, elektrisch angetrieben, robust für den Dauereinsatz in Kommissionierung und Transport.

Den grössten Unterschied machen die Wechsel-Anbaugeräte: Gabeln, Plattformen, Greifer, Sauger, Drehteller oder ein Schwenkarm machen aus dem Grundgerät eine Mehrzweck-Hebehilfe. Typische Einsätze sind das Heben und Positionieren von Kisten und Behältern, das mobile Rollenhandling, bei dem Rollen und Coils gehoben und gedreht werden, sowie das Fasshandling. Wie Fässer mit dem MobilLift gehoben, gedreht und gekippt werden, zeigt unser Ratgeber Fässer sicher heben, drehen und kippen. Alle Modelle und Anbaugeräte finden Sie auf der Seite zur mobilen Hebehilfe TransOrt MobilLift.

Hubtisch: Paletten und schwere Lasten auf Arbeitshöhe

Wenn nicht einzelne Kisten, sondern ganze Paletten, Gitterboxen oder schwere Bauteile auf Arbeitshöhe sollen, ist der Hubtisch die passende Hebehilfe. Er hebt die gesamte Ladeeinheit, sodass Mitarbeitende Lage für Lage auf bequemer Greifhöhe arbeiten, statt sich zum Palettenboden zu bücken. Das Hebetisch-Sortiment von Tirugo deckt Traglasten von 100 bis 12'000 kg ab, von kompakten Bauformen bis zur Flachform. Einen Überblick über Bauarten und Traglasten gibt unsere Seite zum Hebetisch für Industrie und Gewerbe. Soll der Hubtisch den Standort wechseln, ist die Flachform-Baureihe Flexlift FE mit Traglasten von 300 bis 2'000 kg auch fahrbar bestellbar. Die Unterschiede zu manuellen Lösungen erklärt der Beitrag Hubtischwagen oder fahrbarer Hubtisch.

Höhenverstellbarer Arbeitstisch: der Arbeitsplatz passt sich an

Die dritte Form der Hebehilfe hebt nicht die Last zum Menschen, sondern bringt den ganzen Arbeitsplatz auf die richtige Höhe. Ein höhenverstellbarer Arbeitstisch eignet sich überall dort, wo ein Werkstück auf dem Tisch bearbeitet, montiert oder geprüft wird. Die ergonomischen Tische von PETec sind stufenlos höhenverstellbar, arbeiten mit einem Spindel-Ketten-Antrieb ohne Hydraulik und tragen je nach Linie von 300 kg (Mono) über 750 kg (Basic) bis 12 t (Advanced). Sie lassen sich auch beladen verschieben. Mehr dazu auf der Seite zu den höhenverstellbaren Montagetischen von PETec.

Auswahlkriterien: so finden Sie die passende Hebehilfe

Welche Hebehilfe passt, entscheidet sich an wenigen, aber klaren Fragen:

  • Last: Wie schwer ist die Last, und welche Form hat sie? Eine Kiste, eine Rolle, ein Fass, eine Palette oder ein sperriges Bauteil stellen unterschiedliche Anforderungen an Aufnahme und Traglast.
  • Bewegung: Muss die Last nur gehoben und gesenkt werden, oder auch gekippt, gedreht, geschwenkt oder gegriffen? Für Zusatzbewegungen braucht es ein passendes Anbaugerät.
  • Mobilität: Bleibt die Hebehilfe an einer festen Station, oder soll sie zur Last fahren? Ein Minilift ist mobil, ein Hubtisch steht meist fest, kann aber fahrbar ausgeführt werden.
  • Häufigkeit: Wie oft am Tag wird gehoben? Die SUVA-Schwellen für häufiges Heben sind ein guter Gradmesser dafür, wo eine Hebehilfe den grössten Nutzen bringt.
  • Umfeld: Labor, Montage, Lager oder Kommissionierung: Platzverhältnisse, Wege und die Art der Tätigkeit bestimmen Baugrösse und Ausstattung.

Entscheidungshilfe: Aufgabe und passende Hebehilfe

Aufgabe Passende Hebehilfe
Kisten und Behälter in Feinmontage oder Labor heben und positionierenMobilLift Impact 80, bis 80 kg
Lasten heben, kippen oder drehen in Montage und LogistikMobilLift Impact 200, bis 200 kg
Schwere Lasten heben und fahren, Kommissionierung und TransportMobilLift K16, bis 400 kg
Rollen und Coils heben und drehenMobilLift mit Anbaugerät für das Rollenhandling
Fässer heben, drehen und kippenMobilLift mit Fass-Anbaugerät
Paletten und schwere Ladeeinheiten auf ArbeitshöheHubtisch, Sortiment von 100 bis 12'000 kg
Werkstück auf individueller Höhe bearbeitenPETec-Arbeitstisch, 300 kg bis 12 t

Hebehilfen auch für Privatpersonen

Hebehilfen sind nicht nur ein Thema für Industriebetriebe. Die MobilLift-Minilifte liefert Tirugo an Unternehmen ebenso wie an Privatpersonen, etwa für die eigene Werkstatt. Beratung, Offerte, Lieferung und Service erhalten Sie in beiden Fällen aus einer Hand, in der ganzen Schweiz.

Häufige Fragen zu Hebehilfen

Was ist eine mobile Hebehilfe?
Eine mobile Hebehilfe ist ein fahrbares Hebegerät, das zur Last gebracht wird, statt die Last zu einem festen Gerät zu tragen. Die TransOrt MobilLift-Modelle sind alle fahrbar und heben je nach Modell bis 80 kg, bis 200 kg oder bis 400 kg. Mit Wechsel-Anbaugeräten können sie die Last zusätzlich kippen, drehen, schwenken oder greifen.

Ab wann lohnt sich eine Hebehilfe?
Einen guten Anhaltspunkt geben die SUVA-Richtwerte: Für gelegentliches Heben gelten 25 kg für Männer und 15 kg für Frauen. Wird häufiger als 4-mal pro Stunde gehoben, ist bereits ab 12 kg beziehungsweise 7 kg eine Beurteilung der Belastung erforderlich. Wo solche Tätigkeiten regelmässig vorkommen, entlastet eine Hebehilfe Mitarbeitende spürbar.

Welche Hebehilfe eignet sich für Paletten?
Für ganze Paletten ist ein Hubtisch die passende Hebehilfe. Er hebt die gesamte Ladeeinheit auf Arbeitshöhe, sodass Lage für Lage auf bequemer Greifhöhe gearbeitet wird. Das Hebetisch-Sortiment von Tirugo deckt Traglasten von 100 bis 12'000 kg ab, einzelne Baureihen sind auch fahrbar erhältlich.

Können Privatpersonen eine Hebehilfe bei Tirugo kaufen?
Ja. Die MobilLift-Minilifte von TransOrt liefert Tirugo an Unternehmen ebenso wie an Privatpersonen, mit Beratung, Offerte, Lieferung und Service in der ganzen Schweiz.

Was bedeutet AGR-zertifiziert?
Die Zertifizierung der Aktion Gesunder Rücken e.V. bestätigt, dass die MobilLift-Geräte rückengerecht konstruiert sind und die Wirbelsäule nachweislich entlasten. Das ist ein wichtiger Faktor bei der SUVA-Beurteilung von Arbeitsplätzen in der Schweiz.

Sie möchten wissen, welche Hebehilfe zu Ihrer Aufgabe passt? Beschreiben Sie uns Last, Bewegung und Einsatzort, wir schlagen Ihnen die passende Lösung vor und prüfen auf Anfrage, ob ein Testmodell für Ihren Einsatz verfügbar ist. Stellen Sie Ihre Anfrage.

Tirugo GmbH · Erlenbach ZH
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